In Apostelgeschichte 2,47 finden wir je nach Bibelausgabe zum ersten Mal die Bezeichnung Gemeinde oder Kirche (griechisch: ekklesia). In den Anfängen der neutestamentlichen Gemeindegründung finden wir ausschließlich die Hinweise auf Hausgemeinden. Christen trafen sich in Häuser von Gläubigen. Historischer Weise wird berichtet das diese Hausgemeinden etwa 2 Jahrhunderte bestanden. Entsprechen die heutigen Kirchengebäude und Gemeindehäuser Gottes Ideal?
Wenn man allein schon an den Wirtschaftlichkeitsfaktor von so manchen Gebäuden denkt: riesige Geldbeträge werden ausgegeben um Gebäude zu erhalten, die vielleicht 2 - 5 Stunden pro Woche genutzt werden. Wie eng verknüpft man Mitgliedschaft (besser deren Verlust) mit der Finanzierung von ausstehenden Modernisierungs - oder Baumaßnahmen. Tradition und strenger Formalismus breitete sich aus. Die Interaktion und Kommunikation in den Versammlungen reduzierte sich oft auf eine “Ein - Mann - Unterhaltung”. Die Zusammenkünfte der ersten Gemeinde waren in erster Linie für die Gläubigen bestimmt. Die Christen versammelten sich um auf die Lehre der Apostel zu hören, Gemeinschaft zu haben, das Brot zu brechen und zu beten (Apg. 2,42). Die Evangelisation erfolgte nicht, indem Menschen in die Gemeinde gebracht wurden, sondern außerhalb der Versammlung durch das Zeugnis im täglichen Leben.
Weltweit versammeln sich mit Sicherheit mehr Gläubige in Hausgemeinden als in anderen großen öffentlichen Gebäuden. Sind manche vielleicht auch überorganisiert mit diversen Konferenzen und Verwaltungsangelegenheiten? Wie leicht ist man versucht der Quantität zu verfallen, anstatt auf Qualität zu achten: bibeltreue Predigten.
Die Vermehrung christlicher Organisationen hat oft zu Spaltungen, Neid und Rivalität geführt. Manch eine Organisation hatte einen treuen Gläubigen zum Gründer und verselbständigte sich in den Mühlen der Verwaltung und hat jegliche Dynamik verloren.
Auch die Finanzierung eines hauptamtlichen Predigers hat so manche Gemeinde schon ruiniert, auch dies entspricht nicht der biblischen Vorgabe (auch Paulus arbeitete um niemand zur Last zu fallen).

Die biblische Gemeinde wird teilweise oft kritisch betrachtet. Ist diese Art von Zusammenkunft nicht zu fundamentalistisch? Je kleiner die Versammlung, desto mehr läuft sie Gefahr als Sekte deklariert zu werden, da sie sich absondert und nicht dem großen “religiösen System” angehört. Aber auch dieses Problem bestand auch schon zur Zeit der Apostel (Apg. 24,14).

Es fanden zur Apostelzeit keinerlei spezifische Namensgebungen statt. Die Gefahr bestand jedoch schon zur Zeit des Apostel Paulus, wo sich Gruppierungen andeuteten und er damals schon die Frage stellte: Ist denn Christus zerteilt? (1. Kor. 1,13) So haben auch wir uns keine feste Bezeichnung zugeordnet:
Christen, in einer biblischen Gemeinde. Mit dem Grundsatz: bleibet in der Apostellehre.

Eine weitere Gefahr besteht in unserer heutigen Zeit: die Welt in die Gemeinde zu holen, an statt ein Zeugnis für die Welt zu sein, sie zur Buße und zur Wahrheit zu führen. Unsere Versammlungen müssen nicht moderner werden, sondern die Predigten müssen wieder mit Salz gewürzt sein. in manchen Gemeinden ist mehr “Aktion” angesagt als in weltlichen Bereichen. Eine Überbewertung von Äußerlichkeiten, Aktionismus und Musik kennzeichnen viele Zusammenkünfte. Man scheut sich auch nicht eine Theaterbühne in die Gemeinde zu holen. Sind solche Methoden angebracht? Gehen wir zurück und erinnern uns an die Tempelreinigung Jesu. Es darf uns nicht jedes Mittel recht sein um Menschen anzusprechen: und der Herr tat täglich hinzu !

Lasset das Wort Christi reichlich unter euch wohnen in aller Weisheit; lehret und ermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern und singet dem Herrn lieblich in euren Herzen (Kol. 3,16)

und nicht verlassen unsere Versammlung, wie etliche pflegen, sondern einander ermahnen; und das so viel mehr, soviel ihr sehet, dass sich der Tag naht. (Hebr. 10,25)

Eure Frauen sollen schweigen in der Gemeinde, denn es ist ihnen nicht gestattet, das sie reden, sondern sie sollen untertan sein, wie auch das Gesetz sagt (1.Kor. 14,34)